TURNERSCHAFT
GROSSBURGWEDEL
HANDBALL

SPANNUNG - EMOTION - LEIDENSCHAFT

Allgemein

05.12.16

Von dem, der immer da ist, wenn man ihn braucht...

NikolausiEr saß auf dem Sofa zu Hause in Burgdorf als das Telefon klingelte. „Um diese Uhrzeit?“ dachte er und fragte sich, wer es jetzt noch wagte, ihn zu stören.

Seine Tochter war schon im Bett. Ihre Stiefel waren geputzt und bereit für den Nikolaus, der in der Nacht kommen sollte.

Eigentlich sollte jetzt eine Phase der Ruhe und Entspannung einsetzen. Er verfluchte den Störenfried und nahm das Telefon in die Hand.

Er kam nicht dazu, seinen Namen zu nennen.

„Du musst mir helfen!“ krächzte eine Stimme, die nach Krankheit klang. Nach schwerer Krankheit! Nach Männergrippe. 

Du musst mir helfen. Diesen Satz hatte er in seinem Leben schon zu oft gehört.

„Wem muss ich helfen? Und warum?“

„Mir! Dem Nikolaus, du Paddel! Guck mal auf den Kalender!“

Er schaute auf den Kalender. Tatsächlich. Es war der 5.Dezember. Der Tag vor Nikolaus.

„Wie soll ich Dir helfen?“ fragte er so gelangweilt wie möglich. Irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl.

„Es tut mir leid wegen dem Paddel. Ich bin krank. 40 Fieber. Mein Hals schmerzt. Ich komme nicht aus dem Bett. Kopf-und Gliederschmerzen. Ich schaffe es nicht. Bitte hilf mir und übernimm meinen Job. In Burgwedel. Sonst fällt da Nikolaus aus. Denk an die Kinder...“

Er schluckte kurz.

„Mir tut auch alles weh!“ Aber er hatte noch nie Nein gesagt, wenn ihn jemand um einen Gefallen gebeten hat. Selbst als JayBee neulich fragte, ob er sich auf die Bank setzen kann. Und nur in der allergrößten Not aufs Feld muss. Auch da hatte er ja gesagt. Aber das hier war eine ganz andere Nummer. Den Nikolaus vertreten. Nicht den Patrick oder den Colin. Nein, den Nikolaus! Der war sozusagen noch viel länger „auf der Platte“ als er. Fast unvorstellbar.

„Wie kommst Du eigentlich auf mich?“

„Ich habe mich informiert. Du bist eine Legende. Die Leute in Burgwedel vertrauen Dir! Machst Du es?“

Wie sollte er jetzt noch ablehnen?

Der Nikolaus ließ nicht locker: “Der Einzige, den ich sonst fragen könnte, wäre Methusalem. Wenn der aber nachts von einem der Kinder erwischt wird und sie erkennen ihn, dann glauben sie, die Katze wäre schwer krank. Oder dem Hund geht es dreckig. Das können wir nicht machen.“

„Ja, ich versuche es! Aber ich kann Dir nichts versprechen!“ Irgendwie bereute er diesen Satz schon...

Er guckte an sich herunter. „So kann ich jedenfalls nicht los.“ Er überlegte kurz, wie der Nikolaus eigentlich aussieht. Er hat einen Bart. Soviel war klar. Zum Glück hatte er sich drei Tage nicht rasiert. Geht schon.

Dann die Klamotten… Er griff in den Schrank und hatte plötzlich ein rotes Torwarttrikot aus seiner Zeit beim THW Kiel in der Hand. Es war mittlerweile etwas zu klein, weil die Schnitte in den 80ern einfach anders waren.  Aber das war egal. Die passende Torwarthose dazu hatte er auch noch parat. Er schaute sich im Spiegel an und fand sich gar nicht so schlecht für einen Aushilfsnikolaus.

Er ging einen Schritt nach draußen und dort wurde ihm klar, dass er sich um das Wichtigste noch gar nicht gekümmert hatte. Er brauchte Geschenke und einen großen Sack, um sie zu transportieren.

Er ging in seinen Keller und wühlte herum. Bei einem seiner Vereine hatte er sich als Andenken mal ein Tornetz mitgenommen. Das war fast wie neu. Viele Bälle sind nicht reingeflogen in den Jahren. Wie auch? Es war ja seine Aufgabe, das zu verhindern. Und das tat er erfolgreich. Es hatte lediglich ein paar Gebrauchsspuren an der Außenseite. Wenn die Außenspieler vor lauter Verzweiflung und Ehrfurcht ans Außennetz geworfen hatten. Das passierte ständig. Für seinen Auftrag heute reichte das Netz allemal.

Es fehlte ihm nur noch eine Idee, wie er die Geschenke zusammen kriegen sollte. Er grübelte und grübelte. Aber eine Idee kam ihm nicht. Langsam wurde er sauer. Er nahm ein paar Blatt Papier, die auf dem Küchentisch herumlagen. Er zerknüllte sie und wollte sie voller Wut durch die Gegend schleudern als er plötzlich innehielt. Er entfaltete die Zettel. Es war das Hallenheft vom letzten Heimspiel… Sein Blick fiel auf die letzte Seite und da stand die Lösung!

Er rief sofort bei Methusalem, den Gottvater des Burgwedeler Handballsports, an und erklärte ihm die Problematik.

„Sag ihnen, wir treffen uns an der Halle. Und sie sollen nicht so geizig sein. Es geht um unsere Zukunft. Um die Kinder! Es muss jetzt schnell gehen!“

Er setzte sich ins Auto und fuhr los. Zur Ramhorst. Seiner zweiten Heimat.

Und als er dort ankam, traute er seinen Augen nicht.

Alle Sponsoren der HSGB waren bereits da und hatten kleine Präsente für die Kinder hinterlassen, die er jetzt in der Nacht verteilen durfte.

Die Hauptsponsoren

 

Lotto Niedersachsen

Kokenhof

Data Line Lohnsoftware

Kühn

Kind

Winkler & Stenzel

Relog

Steinlen

Nass Magnet

Perfekta

KomServ

Hildegard Braukmann

KSG Hannover

Promotionwelt

Mc Donalds Ehmann

Rossmann

ARTZ Autokonservierung

Almadia

Burgwedeler Nachrichten

Heuer's Spargelhof

Sparkasse Hannover

Avacon

Niebuhr Sicherheitstechnik

Prof. Versteyl Rechtsanwälte

Wohnpark Großburgwedel

Elektro Pulina

LVM Versicherung

E-center Cramer

Liskow Druck und Verlag GmbH

Laue Bedachungen

VGH Matthias Semmerling

Pickerd

 

 zeigten sich alle sehr spendabel und retteten das fröhliche Fest.

 

...am nächsten Morgen als er fertig war, saß er wieder auf seinem Sofa zu Hause in Burgdorf. Er war erschöpft aber glücklich. Er nahm einen Schluck Bier aus der Flasche und lächelte zufrieden...

 

Und die Moral:

Wenn die Not am Größten ist, haben wir in Burgwedel den NikoLütt!!!

 

Ich wünsche euch allen eine frohe, erholsame und besinnliche Weihnachtszeit! Ich hoffe, wir sehen uns alle bald gesund in der Halle wieder.

 

Bis dahin,

Euer Horst




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