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HANDBALL

SPANNUNG - EMOTION - LEIDENSCHAFT

1. Herren

09.04.17

HSGB und Hannover trennen sich Unentschieden

MauriceWie immer hatte das hannoversche Handballderby in der 3. Liga zwischen dem HSV Hannover und der HSG Burgwedel vieles zu bieten. Über 55 Minuten waren die Gäste das spielbestimmende Team und beherrschten den Gastgeber. Nach hektischen letzten 100 Sekunden schaffte der HSV aber noch den Ausgleich. Das Derby endete 27:27 (11:15), Burgwedel verschenkte großzügig einen Punkt.

Von Beginn an waren die Gäste aus Burgwedel das spielbestimmende Team und führten durch Tore von Maurice Herbold schnell mit 2:0 und 3:1. Hannover hatte keinen guten Tag erwischt und Burgwedel nutzte die sich bietenden Chancen konsequent. Nach 12. Minuten lag die HSG bereits mit 6:2 vorn. Immer wieder sorgten die Unparteiischen auf beiden Seiten für Kopfschütteln. Die Schiedsrichter pfiffen ohne Linie und zeigten eine ganz schwache Vorstellung, ohne jedoch eine Mannschaft zu bevorteilen. Mitte der ersten Halbzeit kamen die Gastgeber ein wenig besser in die Partie und konnten bis zur 27. Minute sogar auf einen Treffer (11:12) verkürzen. Burgwedel ließ sich jedoch nicht beirren und setzte sich in den letzten Spielminuten von Halbzeit 1 wieder ab. Mit einer 15:11-Führung der Gäste wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich an der Überlegenheit der HSGB nichts. Burgwedel enteilte schnell auf 18:12 und auch nach einer Dreiviertelstunde hatte die deutliche Führung weiterhin Bestand (23:17). Der HSV Hatte in dieser Phase Glück. HSGB-Torhüter Patrick Anders parierte drei Siebenmeter. Die Abpraller landeten aber jeweils bei den HSV-Werfern und konnten in Torerfolge umgemünzt werden. Hannover konnte die Gästeführung etwas verringern. Als Maurice Herbold, der mit 13 Toren bester Gästetorschütze war, drei Minuten vor dem Ende die 27:23 für Burgwedel erzielte, schien die Partie gelaufen zu sein. Und auch als Maximilian Forst 100 Sekunden vor dem Ende der 24:27-Anschlusstreffer für den HSV gelang, glaubte niemand mehr an einen Punktgewinn der Gastgeber. Es kam jedoch anders. Die HSGB leistete sich zwei technische Fehler und Hannover kam durch Florian Schenker (58:59) und Hendrik Benckendorf (59:27) auf einen Treffer heran. Burgwedel war in Ballbesitz und spielte die Zeit geschickt herunter. Fünf Sekunden vor dem Ende kam Kay Behnke auf der Rechtsaußenposition zum Torwurf, brauchte den Ball aber nicht in den HSV-Maschen unter. Der Abwurf von HSV-Keeper Jonas Lange erreichte keinen HSV-Spieler mehr und die Gäste bejubelten bereits den knappen Derbysieg. Dann aber wurde es hektisch. Nach Protesten der Gastgeber zeigten die beiden Schiedsrichter Kay Behnke die rote Karte und sprachen dem HSV einen Strafwurf zu. Dieser wurde von Milan Mazic zum umjubelten Ausgleich verwandelt.

Nach den neuen Handballregeln ist ein Spieler zu disqualifizieren, der in den letzten 30 Sekunden eine Wurfausübung des Gegners unterbindet. Für die gegnerische Mannschaft gibt es automatisch einen Siebenmeter-Strafwurf. Kay Behnke hatte nach Auffassung der beiden Unparteiischen nach seinem Wurf Jonas Lange bei der Ausführung des Abwurfes behindert. Fraglich ist jedoch, ob die beiden Schiedsrichter eine derartige Entscheidung noch treffen dürfen, nachdem sie die Partie zuvor bereits abgepfiffen haben. Insofern ist der verlorene Punkt für Burgwedel mehr als ärgerlich, unterm Strich muss man eine Dreitoreführung in den letzten 100 Sekunden aber besser über die Zeit bringen.

Auch HSG-Trainer Jürgen Bätjer sah das ähnlich: „Das ist schon bitter, wenn die Mannschaft schon über den Derbysieg jubelt, es sich die Herren Unparteiischen dann aber doch noch einmal anders überlegen. Aber egal, wir haben uns das selbst zuzuschreiben und dürfen so ein Spiel, in dem wir die bessere Mannschaft waren, nicht mehr aus der Hand geben. Leider ist das nicht der erste Punkt, den wir auf diese Art und Weise verschenken. Loben möchte ich heute ausdrücklich Maurice Herbold (Foto), der ein tolles Spiel gezeigt hat und der überragende Akteur auf der Platte war. Und dann darf man auch nicht vergessen, dass Anderten zu Hause bislang nur gegen Dresden und Springe verloren hat. Insofern überwiegt für mich der erste Eindruck, dass wir die Partie dominiert haben, ein verdienter Sieger gewesen wären und der HSV einen glücklichen Punkt gewonnen hat. Noch ist alles möglich, um den 6. Platz zu erreichen. Die Rechnung ist ganz einfach. Wir müssen die letzten drei Spiele alle gewinnen!“




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