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1. Herren

21.02.16

Dramatik pur in Großburgwedel

Patrick AndersAm Samstagabend standen sich in der Sporthalle Auf der Ramhorst in Großburgwedel die gastgebende Turnerschaft und die Füchse Berlin II gegenüber. Die Gäste aus Berlin hatten mit dem 24-fachen Nationalspieler Paul Drux und dem 40-fachen Nationalspieler Faruk Vražalić (Bosnien und Herzegowina) prominente Akteure im Aufgebot. Auch Torhüter Angelo Grunz und Kreisläufer Moritz Schade, die zum erweiterten Profikader der Berliner zählen, waren mit dabei.

Die Begegnung begann mit Volldampf. Schnell lagen die Füchse mit 3:0 in Führung (3. Minute) doch beim 3:4 durch Chris Meiser (7.) war die Turnerschaft wieder dran. Berlin legte erneut vor (7:4) und als Paul Drux und Christoph Reißky jeweils eine Zeitstrafe abbummeln mussten, hatten die Gastgeber eine doppelte Überzahl. Kay Behnke vergab einen Siebenmeter und auch seine Nebenleute konnten diesen Vorteil nicht nutzen. Im Gegenteil, die Berliner gingen gar mit 9:4 in Führung. TSG-Trainer Jürgen Bätjer nahm eine Auszeit und versuchte sein Team mit deutlichen Worten wachzurütteln. Es nutzte nichts. Großburgwedel spielte auch in der Folge ohne Druck zum Tor und wirkte bei vielen Aktionen nur halbherzig und nicht bei der Sache. Auch die in der Folge eingewechselten TSG-Spieler machten es nicht besser. Jeder Spieler nahm sich Fehlwürfe und leistete sich technische Fehler. Auch TSG-Torhüter Markus Hammerschmidt wurde von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Von der guten TSG-Abwehr war nicht viel zu sehen. Nach 23 Minuten wurde Markus Hammerschmidt von Patrick Anders (Foto) im Tor der Gastgeber abgelöst. Die Füchse spielten gut aber keineswegs überragend und setzten sich bis zur 25 Minute auf 15:8 ab. Bis zum Halbzeitpfiff änderte sich an der deutlichen Gästeführung nichts. Beide Teams gingen mit einem 18:11-Vorsprung der Berliner in die Pause.

Als Faruk Vražalić, mit acht Toren erfolgreichster Werfer der Partie, die Füchse Berlin in der 33. Spielminute mit 20:12 in Führung brachte, deutete alles auf einen sicheren Auswärtssieg der Gäste hin. Großburgwedel machte nicht den Eindruck, diese Partie noch wenden zu können, lediglich Ergebniskosmetik war jetzt angesagt. Die Turnerschaft spielte jetzt zwar besser als noch in Halbzeit 1, Berlin war jedoch weiterhin hellwach und verwaltete den sicheren Vorsprung. Nach 44 Minuten lagen die Gäste mit 23:18 vorn und vermittelten den Eindruck, die Partie locker nach Hause bringen zu können. Bei der Turnerschaft kam Torhüter Patrick Anders mehr und mehr auf Touren. Er hielt zwei Strafwürfe und konnte sich auch bei einigen hundertprozentigen Chancen der Berliner auszeichnen. Im TSG-Angriff übernahm Sören Kress Verantwortung, setzte seine Nebenlaute gut in Szene und war auch als Torschütze erfolgreich. Auch TSG-Linksaußen Jannis Wilken war mehrmals erfolgreich. Trotzdem konnte Großburgwedel den Füchse-Vorsprung nicht verkürzen, die Berliner schafften durch Max Scheithauer nach 50 Minuten die 25:19 Führung.

Dann aber trauten die Zuschauer in der Ramhorsthalle ihren Augen nicht. Binnen sieben Minuten verkürzte Großburgwedel Tor um Tor, spielte sich in einen Rausch und schaffte durch einen Doppelpack von Sören Kress nach 57:50 Minuten den 25:25 Ausgleich. TSG-Torhüter Patrick Anders vernagelte in dieser Phase sein Tor und egal was die Berliner auch versuchten, der TSG-Keeper hielt alles. Die Kulisse war da und Berlin begann zu schwimmen. 69 Sekunden vor dem Ende waren die Gastgeber in Ballbesitz und hatten gar die Chance zum Sieg. TSG-Trainer Bätjer nahm seine letzte Auszeit und in der Folge spielte Großburgwedel die Zeit hinunter. Als 15 Sekunden vor dem Ende das passive Vorwarnzeichen der Schiedsrichter kam, versuchte es Sören Kress mit einem Fernwurf. Er scheiterte jedoch am Berliner Torhüter und die Füchse spielten den Ball schnell nach vorn. Paul Drux versuchte es mit einem Hüftwurf, doch erneut war Patrick Anders zur Stelle und vereitelte auch die letzte Berliner Chance. Er spielte sofort einen langen Pass auf Steffen Dunekacke, der zwei Sekunden vor dem Abpfiff noch die Chance zum Sieg hatte. Sein Wurf wurde jedoch von Alexander Heyder im Füchsetor abgewehrt.

Das hochdramatische Spiel zwischen der TS Großburgwedel und den Füchsen Berlin II hatte zwar keinen Sieger gefunden, wird allen Beteiligten aber sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Auch TSG-Trainer Jürgen Bätjer waren sie Strapatzen der 60 Minuten deutlich anzumerken: „Heute bin ich in einer Stunde um Jahre gealtert. Das Spiel war unglaublich. Ein Sieg für uns wäre zwar noch möglich, aber auch sehr dreckig gewesen. Trotzdem ist es für uns ein gewonnener Punkt, die Moral und die Einstellung haben zum Ende gepasst und gezeigt, dass man sich nie aufgeben darf. Im Handball ist so viel möglich. Natürlich müssen wir auch über die erste Halbzeit nachdenken, das war eine Katastrophe. Da hat aber auch nichts gepasst. Mit halber Kraft und einer nicht hundertprozentigen Einstellung gewinnt man in dieser Liga kein Spiel. Wir haben so viele falsche Entscheidungen getroffen und viel zu pomadig gespielt. Jeder hat sich seine Fehlwürfe und technischen Fehler genommen. Patrick Anders war es dann zu verdanken, dass wir im Spiel geblieben und sogar noch einmal zurückgekommen sind. Das war unglaublich stark, die letzten elf Minuten ohne Gegentor und auch schon davor sehr stark, Kompliment. Aber auch Sören Kress und Jannis Wilken muss ich heute herausheben. Und zuletzt darf man auch nicht vergessen, mit was für einer Mannschaft die Berliner hier heute angetreten sind. Zwei aktuelle Nationalspieler und weitere Akteure mit internationaler Erfahrung bekommt man in Großburgwedel nicht alle Tage zu sehen. Auch wenn Paul Drux noch nicht wieder bei 100% ist, macht allein seine Präsenz auf der Platte eine ganze Menge aus. Jetzt heißt es durchatmen und fokussieren auf das Derby in Hannover. Gegen den HSV sind am nächsten Samstag genau die Tugenden gefragt, die uns heute in den letzten 15 Minuten noch einen Punkt eingebracht haben.“

TS Großburgwedel: Markus Hammerschmidt (1. – 22. Minute), Patrick Anders (23. – 60.) – Lennart Carstens (2), Sören Kress (7/1), Jannis Wilken (4), Christian Hoff, Maurice Herbold (2), Chris Meiser (2), Lennart Koch (1), Erik Gülzow (1), Kay Behnke (3/1), Steffen Dunekacke (3) und Justin Magnus Behr.




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